Die griechische Fastenzeit fängt am Rosenmontag an. Damit sämtliche Fleischreste verspeist werden und man an Fleisch „tankt“, wird am Donnerstag der vorletzten Woche vor der Fastenzeit traditionellerweise viel Fleisch gegrillt und verspeist. Der Tag heisst „Tsiknopempti“, und an dem Tag, vor Allem am Abend, treffen sich Familien und Freunde zuhause oder in Tavernen und geniessen die Röstaromen, die gute Laune und natürlich das Fleisch in festlicher Atmosphäre.

Griechische Pommes mit Oregano bestreut

Wir wollten auch ein Stück Griechenland zu uns nach Hause holen, deswegen haben wir  die Rauchmelder ausgesteckt, unseren kleinen elektrischen Grill angemacht, und ein Paar Schweine-Bauchscheiben und Mettwürste darauf gelegt. Die unvergleichbaren griechischen Bauernwürste haben mir schon etwas gefehlt, aber dafür habe ich viel Zaziki*, griechische Pommes und Pitabroten gemacht, und letztere mit Olivenöl* aus Kreta und gutem Oregano aus Griechenland bestreut. Ich könnte schwören dass das griechische Oregano eine andere Pflanze ist als die, die in Deutschland in Kräutertopfen oder getrocknet in Dosen zu finden ist. Sie ist aromatischer, intensiver, und sobald sie in Kontakt mit dem warmen Essen kommt duftet das ganze Haus nach Griechenland.

Schweinebauchscheiben oder Nackensteaks einfach pur auf den heissen Grill schmeissen. Würzen kommt später – man braucht nur etwas Salz und gutes griechisches Oregano. Danach kann man sie in Pitas mit Zaziki*, Zwiebeln und Pommes wickeln, und so eine Sorte „Pita-Gyro“ selber zuhause basteln.

Die griechischen Pommes und Zaziki* Rezepte sind schon im Blog und das Fleisch habe ich auf griechische Art und Weise zubereitet: einfach pur auf den heissen Grill legen bis es gar und das Fett kross ist, und dann ein Wenig salzen und mit Oregano bestreuen. Die Pitas waren auch nicht schwierig zuzubereiten. Sie lassen sich auch wunderbar einfrieren und wieder aufwärmen, deswegen kann man sie auf Vorrat machen. Einfach eine 200ml Tasse nehmen und aus folgenden Zutaten einen Teig machen:

Pitas (macht 8 Stück)

  • 3 Tassen Mehl (405 oder 550)
  • 1 gehäuften TL Salz
  • 4 EL Olivenöl*
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • Etwa 1 Tasse lauwarmes Wasser (Wasser hinzufügen während man knetet, bis ein glatter Teig entsteht, der nur ein Wenig an den Händen klebt)

Den Teig zudecken und in einem warmen Ort etwa eine Halbe Stunde gehen lassen. Anschliessend 8 Tischtennisball-große Bällchen daraus machen (wenn die Tasse größer ist, dann kann man mehr machen!). Die Bällchen mit einem dicken Handtuch zudecken und nochmal gehen lassen. Wenn sich das Volumen fast verdoppelt hat, kann man auf eine leicht bemehlte Oberfläche die Bällchen mit den Fingern zu etwa 20cm große Pitas aufmachen. Das braucht etwas Übung. Man darf nicht direkt von der Mitte den Teig ziehen, sonst ist der in der Mitte zu dünn und am Rand zu dick. Eher immer die Ränder Ziehen damit der Teig sich gleichmäßig dehnt.

Aufgegangener Pita Teig.

Jetzt eine beschichtete Pfanne erhitzen und mit Olivenöl* bepinseln. Die Pitas von jeder Seite kurz anbraten – sie werden nur stellenweise ein Wenig dunkel, vor Allem wo die Hefeblasen in Kontakt mit der Pfanne sind. Noch in der Pfanne bepinsele ich die gebratene Seite der Pita mit Olivenöl* und bestreue ich sie mit meinem guten, griechischen Oregano.

Für mich gibt’s ein Paar Sachen die zu Pita unbedingt gehören:

  1. die Pitas mit Olivenöl* bepinseln und mit Oregano bestreuen. Ich kann das nicht oft genug wiederholen. Fladenbrote gibt’s viele, aber das Öl und das Kraut machen die Pitas griechisch!
  2. Die Pitas vierteln und die Stücke verwenden, um ins Zaziki* einzutauchen. Man muss das gemacht haben!
  3. Eingeölte Pitas auf den Grill im Sommer noch mal aufwärmen… dann als Snack essen, in den Zaziki* eintauchen, in den Säften eines griechischen Salats tunken …
  4. Pita mit Zaziki, griechische (in Olivenöl gebratene!) Pommes, Zaziki, Zwiebeln und kross gegrilltes Fettiges Schweinefleisch belegen. Hier muss ich nicht weiter erzählen, oder?

Beim Grillen im Sommer. Die Pitas lassen sich wunderbar auf dem Grill aufwärmen.

Wie schon gesagt, kann man angebratene Pitas wunderbar einfrieren, ohne man sie mit Öl einzupinseln. Die lassen sich prima in Pfanne, Ofen oder auf dem Grill wieder aufwärmen. Und so haben wir dieses Jahr den Tsiknopempti – den „Röstdonnerstag“ – verbracht. Normalerweise würde dazu ein griechischer Wein in kurzen griechischen Weingläsern ohne Stiel gehören, aber wir sind meistens einfach an einem Wochentag zu müde. Trotzdem hat es gut geschmeckt, und das Haus hat noch am nächsten Tag nach dem gerösteten gerochen, genau wie es sein sollte!

Jetzt geht’s weiter




Ein Gedanke zu „„Tsiknopempti“ mit gegrilltem und selbstgemachten Pitas

  1. Hach, ich hab den Geschmack von Oregano direkt auf der Zunge. Ja, der Oregano aus Griechenland schmeckt definitiv besser.
    Bis zum Urlaub dauert es noch viel zu lange…..

Kommentar verfassen