Ich muss zugeben, mit Kurabiedes, dem mürben Plätzchen das wie ein Schneeball aussieht, verbinde ich überhaupt keine Kindheitserinnerung. Ich habe sie als Kind nicht gemocht, und konnte nicht verstehen warum alle Erwachsene davon so begeistert waren. Genau wie jetzt meine Tochter: sie verschlingt Melomakarona leidenschaftlich, aber der Teller daneben mit dem verschneiten mürben bällchen interessiert sie überhaupt nicht.

Und jetzt bin ich erwachsen geworden, und wie die Meinungen sich ändern! Kurabiedes sind nämlich himmlisch! Sie erinnern geschmacklich an Vanillekipferl, sind aber etwas aufwändiger in der Zubereitung, sind luftiger und werden mit einem Hauch griechischen Brandy aromatisiert.

Ich liebe den optischen als auch geschmacklichen Kontrast zwischen den Saftigen, würzigen, mit Honig ummantelten braun-gelben Melomakarona und den eher trockenen, mit Puder bestäubten Kurabiedes. Die werden nebeneinander in jeder Konditorei in der Adventszeit angehäuft, und sie erinnern mich an die Kontraste zwischen Menschen. Es gibt nämlich in Griechenland leidenschaftliche Kurabiedes-Fans und leidenschaftliche Melomakarona-Fans, aber selten

Kurabiedes (etwa 50 Stück)

  • 300g Butter, wenn vorhanden gerne Butter aus Schaf- oder Ziegenmilch
  • 110g Puderzucker
  • 120g ganze Mandeln
  • 1/2 TL Backpulver
  • 25ml Brandy (zB Metaxa)
  • 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • 600g Mehl 405

Erstmal die Butter mit der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät schlagen, bis sie ganz weiss geworden ist. Das dauert etwa 20 Minuten, und es ist sehr wichtig dass man wirklich lange die Butter schaumig schlägt. Danach den Zucker zu der Butter geben und weitere 10 Minuten schlagen, bis sie eine glatte, glänzende Konsistenz erreicht hat:

Nach 30 Minuten sieht die Butter-Zucker Masse so aus!

Inzwischen den Ofen auf 170Grad (Ober-Unterhitze – Weihnachtsgebäck mag keine Umluft!) vorheizen, die Mandeln auf ein Blech verteilen und 10 Minuten lang im Ofen rösten. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Jetzt Mehl mit Backpulver vermischen. Wenn die Butter fertig ist, muss man die Butter mit dem Mehl vermengen. Aber Vorsicht! Es darf nicht geknetet werden. Man muss in der Rührschüssel sanft mit den Händen Butter mit Mehl falten, bis die Mischung sich homogenisiert hat. Während des mischens auch den Brandy dazu geben. Es entsteht kein fester Teig: er ist eher bröselig und hängt nicht zusammen. Das macht nichts! So muss es sein. Jetzt die Mandeln sanft unterheben. Aufpassen, dass die bröselige Masse homogen ist.

Jetzt zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Mit den Händen walnussgroße Stücke Teig nehmen und vorsichtig zu Bällchen formen. Ηierbei nur so viel Druck ausüben wie nötig ist, damit sie gerade so nicht wieder auseinander fallen. Aufs Backblech legen. Man muss nicht so viel Abstand lassen, da sie nur wenig auf gehen.

Fertig für den Ofen. Durch das geringe Kneten, sehen die Kurabiedes etwas klumpig aus. Das macht aber nichts – so werden sie luftiger!

Im vorgeheizten Ofen die Kurabiedes etwa 19-20 Minuten backen. Vorsichtig, die dürfen nicht braun werden – sie müssen aus dem Ofen während sie noch weiss sind. Die Unterseite darf dabei Farbe annehmen – bei mir ist sie immer leicht bräunlich. Das braucht vielleicht etwas Übung, und jeder Ofen ist anders. Mir sind auch schon Kurabiedes etwas zu dunkel geworden, jetzt weiss ich aber genau wie lange ich sie in meinem Ofen backen kann!

Diese Kurabiedes sind leider schon etwas zu braun geworden! Am liebsten 2 Minuten früher aus dem Ofen heraus nehmen.
Diese Kurabiedes sind gar gebacken, aber noch nicht braun. Die Unterseite ist leicht angebräunt. Die sind Zart und zergehen im Mund!

Die Kurabiedes abkühlen lassen. In einen tiefen Teller reichlich Puderzucker geben, und die Kurabiedes darin wälzen. Auf einen Teller aufschichten, dabei jede Schicht erneut mit Puderzucker bestäuben. In Griechenland macht man gerne Pyramiden aus Kurabiedes.

Viel Spaß beim Nachbacken, einen schönen Advent und ein schönes Weihnachtsfest wünsche ich euch!

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