Ein Hartweizengrieß-Halva ist von den Süßigkeiten von den ich nicht genug haben kann. Er ist dicht und sättigend aber man kann irgendwie nicht aufhören ihn zu essen. Einen schwarzen Kaffee dazu und gleich landet das zweite Stück auf den Teller. Oder wird einfach mit dem Löffel aus dem Servierteller geklaut… Aber man muss ihn richtig zubereiten! Das heisst: Grieß richtig schön rösten! Es gibt nämlich viele die meinen, ein Halva ist eine einfache Nachspeise, für die man Grieß mit Öl erhitzt, Sirup dazu mischt und fertig! Nein, nein, nein. Meine Mama hätte da sich laut beschwert. Die richtige Röstung ist das allerwichtigste, und das braucht etwas Erfahrung und Geduld!

Das Rösten erfolgt, wie ich gleich ausführlich erklären werde, unter mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren. Es ist lustig dass schon als Kind ich immer sofort den Halva von meiner Mutter von dem Halva meiner Tante unterscheiden konnte. Meine Tante hatte nämlich keine Geduld, und hat kaum geröstet. Deswegen war ihr Halva immer blass, währen der von meiner Mama immer dunkler aussah. Meine Mama hat immer gesagt dass der Röstungsgrad Geschmackssache ist, was natürlich stimmt – aber alle haben ihren Halva lieber gemocht.

Und jetzt du der Form des Halva: in Griechenland gibt es Plastikformen (Bild rechts), wo man den Halva reingibt und dann stürzt wenn er abgekühlt ist. Ich wüsste nicht wo man so was in Deutschland finden kann, aber es ist mir eingefallen dass man eine festere, hochwertige Silikonform für den Zweck verwenden könnte. Online findet man zum Beispiel hunderte Silikonformen von denen man sich eine mit schönem Muster aussuchen kann. Bei Netzshopping hab ich hier etwas gefunden. Ausserdem kann man kleine Halva Portionen in Silikon-Muffinförmchen zubereiten, die kann man dann auf Dessertteller stürzen und dekorieren. Wichtig ist dass man keine komplett feste form nimmt: ich muss immer etwas biegen und klopfen damit der Halva aus der Form heraus kommt (aber keine Sorge, durch den hohen Ölanteil bleibt er in keiner Form kleben!). Auch wichtig ist dass die Form nicht zu dünn und weich ist.

Und jetzt kommen wir endlich zum Rezept. Welche Tasse ihr nehmt ist nicht wichtig, solange alles mit der gleichen Tasse gemessen ist. Ich habe eine normale deutsche Teetasse genommen, von etwa 200ml. Meine Form ist etwa 22cm breit.

Halva (etwa 12 Portionen)

  • 3 Tassen Hartweizengrieß (Vorsicht: nicht Weichweizen!)
  • 1 Tasse gutes mildes Olivenöl*
  • 2 Tassen Zucker
  • 4 Tassen Wasser
  • Optional: 1 Tasse gehackte Walnüsse
  • Zimt zum Bestreuen

Erstmal den Sirup zubereiten: Zucker mit Wasser zum kochen bringen und etwa 10 Minuten lange köcheln lassen. Vom Herd entfernen und abkühlen lassen.

Die Röstung, vom rohen Grieß bis zu meinem gewünschten Bräunungsgrad. Diese Röstung hat etwa eine halbe Stunde gedauert.

Jetzt kommt die Röstung: Grieß mit Olivenöl* in einen großen, breiten Topf geben und erhitzen. Bei Induktionsherd geht eine mittelhohe Einstellung, bei Kontaktwärme muss man gut aufpassen weil der Topf schnell zu heiss werden kann. Den Grieß muss man gut mit dem Olivenöl* vermengen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze rösten, bis der erwünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Dabei muss man immer beim Rühren innerhalb von ein Paar Sekunden den ganzen Boden abkratzen damit der Grieß an keiner Stelle anbrennt.

Wenn der Grieß geröstet ist, den Topf vom Herd abnehmen. Jetzt sehr vorsichtig mit einer Kelle den Sirup dazu geben und gut vermengen. Der Grieß ist sehr heiss und beim Zufuhr vom Sirup wird dieser Blubbern und vielleicht spritzen, deswegen müssen Kinder weg vom Topf bleiben und Erwachsene auch sehr gut aufpassen! Sirup mit Grieß gut umrühren. Wer Walnüsse nimmt, kann diese unter die Masse heben. Sofort in die Backform geben, dabei immer mit dem Rücken des Löffels gut andrücken. Abkühlen lassen. Der Halva wird schnell fest, deswegen muss man schnell arbeiten.

Nach einer bis zwei Stunden ist der Halva fest genug und man kann ihn auf einen Servierteller stürzen. Wie schon erwähnt, muss man immer etwas biegen und wackeln, damit genug Luft in die Form kommt und der Halva auf den Teller fällt. Den Halva mit Zimt bestreuen und zum Nachmittagskaffee geniessen!

 




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