ladera
Links: gefüllte Paprikas und Tomaten, oder ‚Jemissta‘. Rechts: Bohnen ‚ladera‘. Beides am besten mit Feta zu geniessen.

Jedes mal wo ich nach Griechenland komme, bin ich vom Essen besessen. Ich gehe fast täglich zu Bäckereien und Konditoreien, um so viel wie möglich von den altbekannten Süßigkeiten und Backwaren wieder zu kosten. Ich lass mir Souvlaki, Gyros und Kebab liefern, ich gehe zu den Cafes und trinke kalten Kaffee – Cappuccino Fredo, Frappe, oder sogar Kaffee mit Kalter Schokolade. Und natürlich bestelle ich bei meiner Mutter meine Lieblingsgerichte, und bei meinem Papa gegrilltes Fleisch und Fisch.

Erbsen mit Kartoffeln, in Tomatensoße mit Dill gekocht.
Erbsen mit Kartoffeln, in Tomatensoße mit Dill gekocht.

Viele von den Gerichten die meine Mama kocht, kann ich schon seit Jahren selber zuhause kochen. Aber die Zutaten sind nicht immer gleich  frisch – in Deutschland habe ich zum Beispiel bis jetzt noch keine frischen Erbsen entdeckt – und ausserdem verwendet meine Mama viel mehr Olivenöl* als ich. Grieche messen das Olivenöl*, dass sie ins Essen reintun, in Tassen und nicht in Löffeln. Es gibt sogar eine ganze Gerichtenkategorie die „ölige“ – „ladera“ – heissen, zB die Erbsen mit Kartoffeln, die ich schon in dieser Webseite präsentiert habe. Ein weiteres Beispiel sind die Bohnen im allerersten Foto oben. Frische Bohnen, mit Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Petersilie und reichlich Olivenöl* gekocht. Deswegen schmeckt das Essen bei mir in Deutschland immer etwas anders – man kann’s sich in Deutschland nicht leisten, Etwa 1Lt Olivenöl* pro Woche zu verbrauchen.

Sogar im kleinen Supermarkt in meiner Nachbarschaft ist die Abteilung mit dem Olivenöl ziemlich groß! Die Flaschen sind auch deutlich größer als in Deutschland. Und größere Behälter gibt's in der Regel auch. Grieche verwenden sehr, sehr viel Olivenöl!
Sogar im kleinen Supermarkt in meiner Nachbarschaft ist die Abteilung mit dem Olivenöl* ziemlich groß! Die Flaschen sind auch deutlich größer als in Deutschland. Und größere Behälter gibt’s in der Regel auch. Grieche verwenden sehr, sehr viel Olivenöl!

Die mit Reis, Petersilie, Tomatenfruchtfleisch und Zwiebeln gefüllten Tomaten und Paprikas (oben links, ‚Jemissta‘ auf Griechisch) profitieren auch von der großzügigen Verwendung des Olivenöls! Die Füllung kommt roh ins Gemüse, die Kartoffeln ebenso dazwischen, und  Olivenöl wird reichlich aus der Flasche übers ganze gegossen. Die Backform wird in den Ofen gesteckt, und etwa 1 Stunde später duftet das ganze Haus. Natürlich sind beide Gerichte mit einem guten Stück Feta zu geniessen, und man kann nach belieben Brot in die ölige Soße eintauchen.

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Frisches Moussaka.

Bei der Zubereitung des Moussakas werden die Auberginen und die Kartoffeln in der Regel angebraten. Das sorgt für ein richtig fettiges Essen, das auch für den Magen etwas schwerer ist. Deswegen backe ich das Gemüse lieber vor, so wird das ganze etwas leichter und ein Tick gesünder. Beim Moussaka meiner Tante, jedoch (im Bild links) wurde alles ordentlich angebraten. Prima geschmeckt hat’s auch!

Eine andere Spezialität, die man im Frühsommer frisch zubereiten kann, sind die gefüllten Weinblätter oder ‚Dolmadakia‘. In meinem letzten Artikel habe ich euch die frischen Blätter, die ich im Wochenmarkt fotografiert habe,  gezeigt. Im Foto unten sind die Blätter, nachdem man sie kurz aufgekocht hat, und dann die fertigen Rouladen, nachdem meine Mutter sie mit Reis, Dill, Petersilie und Frühlingszwiebeln gefüllt und dann gekocht hat. Die Dolmadakia werden übrigens mit einer aufgeschnittenen Zitrone serviert, die man darauf pressen kann. Frische Zitrone gehört nämlich beim griechischen Essen oft dazu.

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Weiblätter, kurz aufgekocht (links) und gefüllt (rechts).

 Wenn man am Meer wohnt, wie fast überall in Griechenland der Fall ist, ist man an Fischgerichten gewöhnt. Und am besten schmeckt der Fisch frisch aus dem Grill, mit Olivenöl und Zitrone (oder die Mischung davon: ‚Ladolemono‘) beträufelt. Mein Vater probiert immer verschiedene Varianten von diesem Thema: Letztens haben wir Makrele gegessen, die zwischen zwei Hälften einer scharfen Paprika gegrillt war. Der Fisch hat super geschmeckt, und die Paprika hat dem Gericht eine schöne, angenehme Schärfe verliehen. Dazu gab’s als Beilage gekochten Brokkoli, mit Olivenöl und reichlich Zitrone angemacht! So schmeckt der Brokkoli wirklich super, auch Leuten die ihn sonst nicht sehr gerne essen.

mackerel+broccoli
Makrele, mit scharfer Paprika gegrillt, und der warme Brokkolisalat. Ein tolles Geschmackserlebnis!
vlita
Gekochter Blattsalat: hier geht es um den aufsteigenden Fuchsschwanz, auf griechisch ‚Vita‘.

Fürs Ende habe ich den warmen Salat behalten, den ich schon beim letzten Artikel erwähnt habe. Es geht hier um verschiedene Sorten Blattgemüse, das gekocht und anschliessend mit – ratet ihr Mal! – Olivenöl und Zitrone angemacht werden! Manche Leute mögen statt Zitrone Essig, was in Griechenland Weinessig bedeutet. Das Gemüse bleibt im Kochwasser bis man es verzehren will, und dann wird’s mit dem Schöpflöffel abgetropft und in den Teller gegeben. Wenn man es vom Anfang an abgiesst, bleibt die schöne grüne Farbe nicht mehr erhalten.

Das war’s für heute! Ich hoffe dass euch die kulinarische Reise in die Küche einer Familie aus Athen gefallen hat. Bei der nächsten Reise gibt’s bestimmt mehr zu zeigen und zu erzählen!

8 Gedanken zu „Ferien in Athen #2: Essen bei Mama und Papa

    • Vielen Dank! Es gibt noch viel, viel mehr das ich hier in der Zukunft zeigen will! Ich hoffe deine Meinung über die griechische Küche wird weiter gut bleiben 🙂 Einen schönen Tag!

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